Montag, 2. Januar 2012

Top10-Montag: Top10 "Alkoholkonsum"-Tracks

Ayoooo.....so, Freunde! Gestern Feiertach - heute isses dann wieder so weit: Zeit für ne neue Top5.
Beziehungsweise ne neue Top10, denn: Das dieswöchige Thema bietet ein wenig mehr Auswahl als sonst in dieser Rubrik üblich.


Ok, mein Thema dieses Mal ist - wie sollte es nach Silvester anders sein - der Alkohol. Und zwar in all seinen Facetten; ob Konsum, Angeberei, mahnende/warnende Worte, Katerstimmung - die Hauptsache ist, dass die Tracks sich praktisch ausschließlich mit dem Thema Alkohol beschäftigen.
Mir ist klar, dass es ne Menge "Puffin-Bluntz-And-Sippin-Tanqueray"-Tracks gibt, in denen es um allgemeine Party-Exzesse geht oder darum wie krass die eigene Crew am feiern is...aber derartige Tracks sind mir in diesem Fall zu allgemein.
Es soll schon irgendwie ein besonderer Fokus auf Alkohol liegen.



Naja...das war's eigentlich auch schon - also ab dafür und viel Spaß damit...:



10. LYROHOLIKA - DON PROMILLO



OK, Dieser Track stellt für mich natürlich in jeder Hinsicht ein Novum dar: Erstens beginne ich meine Top10 mit nem verfluchten Deutsch(c)rap Track (!!)....und zweitens, naja, hätte ich eigentlich eher erwartet, dass die Lyroholika eher in einer "Top5-Generic-Deutschrap-Crews"-Liste ihr Debut feiern würden....puh!
Egal - Die Lyroholika, wohl eine der kurzlebigsten Crews innerhalb des Deutschrap-Booms Ende der 90er, und gleichzeitig eine Crew mit dem Anwärter auf den unoriginellsten Namen im Deutschrapgame (und unoriginelle Namen gibt es im Deutschrap - wie wir wissen - ne Menge...), bringt uns hier einen Ansatz zum Thema Alkohol; die Pointe des ganzen entzieht sich mir dabei etwas, rangiert der Inhalt doch irgendwo zwischen "guck mal wie cool wir sind" und "meine Güte, is das alles schlimm...". Was auffällt: Die Lyroholika konnten gar nicht so schlecht rappen! Ehrlich! Problem bleibt aber, dass die Typen/Stimmen bzw. das Image so dermaßen austauschbar war...schade eigentlich. Hier noch das Video...





9. EAZY-E - 8 BALL


Jau, der gute alte Einfach-E (Gott hab ihn selig) erzählt in diesem evergreen von den Vorzügen bzw. manchmal auch Schattenseiten des Biergenusses. Da für Eric W. der einzige negative Aspekt am Trinken die Alkoholfahne ("[...]3 bitches already said: eric yo breath smells...") zu sein scheint, fällt diese Episode grundsätzlich eher positiv aus. Davon abgesehen war dieser Track ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung "Blueprint of Westcoast-Gangstaizm": Die Jerry Curls, der Lowrider...Old E & Knarre im Anschlag...dieses stereotype Bild sollte die Grundlage für den Erfolg von Westküsten-Gangstarap darstellen und zugleich eine enorme Heerschar an Bitern und Image-Kopierern auf den Plan rufen...
Auch wichtig: "Ice Cube writes the rhymes - that I say" ist wohl bis heute der ehrlichste und offensivste Umgang mit dem im Rap stets heiklen Thema des ghostwritings. Sehr mutig, das! Auch dass der Nachfolge-Hit "Boyz N Tha Hood" exakt genauso klang wie dieser Track hier, stört bis heute keinen.




8. BROTHERS UV DA BLAKMARKET - LIVIN IN DA BOTTLE



Hm, okay hier haben wir eine vergleichsweise unbekannte Crew, mit einem merkwürdigen aber durchaus für die 90er nicht untypischen Namen. Die beiden Kerle (der Rapper und sein DJ) entstammen irgendwie grob dem damaligen Flavor Unit, bzw. genauergesagt dem Naughty By Nature Umfeld, und kommen wie letztere aus New Jersey. Joa - sehr viel mehr gibt's an dieser Stelle gar nicht über die beiden zu erzählen...
Den Track find ich ganz in Ordnung. Irgendwie erinnert einen dieser harte, aber dennoch pop/crossover-taugliche Sound schon ziemlich an Naughty By Nature, wie ich finde. Egal - auch bei diesem Track konnte man sich, ganz ähnlich des Lyrokolika-Tracks, wohl nicht zwischen Zeigefinger-Mentalität auf der einen, und Braggin/Angeberei auf der anderen Seite entscheiden. Gegen Ende des Tracks jedoch nimmt der Inhalt eine entscheidende Wendung, indem Rapper Cool Money Cee (!) seine guten Vorsätze formuliert, und erzählt, dass es nun doch langsam an der Zeit wäre, nicht mehr zu trinken. Sehr gut! Bravo! oder so.




7. MORLOCKK DILEMMA - UNTERWEGS



Uff, schon wieder was deutsches! Unfassbar! Und wieder isses der gute Morlockk. Den Mag ich gern. Wie auch immer - diesen Track halte ich eigentlich für eine der schwächeren Nummern auf dem "Omnipotenz..."-Album, weil wenig interessanter Beat und wenig interessanter Text, aber sei's drum: Allein das wunderbare Intro dieses Tracks rechtfertigt einen Platz in der dieswöchigen Liste, wie ich finde.
Zum Inhalt kann ich - wie schon angedeutet - relativ wenig sagen...ich denke es passt einfach ins selbstzerstörerische/pessimistische Image von Morlockk; hier geht es weniger darum herauszufiltern was des Herrn Dilemmas Meinung zum Thema Alk(, alter!) ist. Also checkt das mal...kann man sich gut geben.





6. PUBLIC ENEMY - ONE MILLION BOTTLEBAGS


Jo, hier haben wir ihn schließlich: Den klassischen Anti-Alkohol Track.
Und wer sonst könnte diese Thematik überzeugend rüberbringen außer Public Enemy?!
Natürlich wird hier der böse, böse Alkohol als ein "schwarzes Problem" dargestellt, und damit, wie von P.E. gewohnt, politisiert: Die Schwarzen sind "Sklaven" des Liquors, wie damals halt...usw. usf. etc. pp. ...und natürlich verkaufen sie den Shit nicht in weißen neighbourhoods! Klar!
Der Track ist allerdings ansonsten gut gemacht. Die Bomb Squad leistet hier ganze Arbeit - schöner, PE-typischer nervtötender/chaotischer, treibender Sound. So will ich meinen Public Enemy sound. Eigentlich kein Wunder, dass PE spätestens Mitte der 90er keine Chance mehr im Rapgame hatten, einfach weil sich der allgemeine Rapmusik-Geschmack so sehr von ihrem typischen Klangbild entfernt hatte. Traurig eigentlich, aber naja.




5. ALKAHOLIKS - ONLY WHEN I'M DRUNK


Dieser Track steht an der Stelle natürlich quasi stellvertretend für alle möglichen "Alkohol"-Tracks von den Liks sowie deren Likwit-Crew-Umfeld...
Ich finde diesen Track (von ihrem 1. Album) aber dennoch mit am representativsten, weil er einfach alles bietet, was ich von nem "Alkohol"-Track erwarte: Rülpsen, beinahe-Kotzen, sich-selbst-überschätzen, Singen - alles dabei! ...dieser Track ist tatsächlich wie ein Soundtrack zum Alkoholrausch.
Finde ich zumindest.





4. J-ZONE FT. AL-SHID - 190


Dieser Track vom sehr freshen "Pimps Don't Pay Taxes"-Album/Mixtape featured einen ziemlich coolen J-Zone Beat und einen ziemlich düsteren Text von Al-Shid.
Hier wird auch wieder inhaltlich zwischen Braggin/Zeigefinger geswitched...allerdings mit einem stärkeren storytelling-Einschlag: Shid versucht seinen letzten versoffenen Abend zu rekonstruieren.
Der Track gefällt mir persönlich auch deswegen recht gut, weil dieser Track einen Beat featured, der im Gegensatz zu den meisten anderen J-Zone-Beats nicht völlig überladen ist mit samples. Auch hier haben wir die typischen Vocal-Schnipsel und Soundfetzen...aber man kann sich trotz allem noch vergleichsweise gut auf den Text konzentrieren.





3. GENIUS - STAY OUT OF BARS



Ha! OK, für all euch New Jacks da draußen: Der gute GZA (ihr wisst schon, Wu-Tang Clan usw. ...) hatte (ähnlich wie sein Cousin RZA) eine "pre-Clan-Rapkarriere"...er hat sogar ein komplettes Solo-Album ("Words From The Genius", 1991) rausgebracht, noch ohne jegliche Clan-affiliation oder Kung-Fu-Film-Gimmicks...
Das Album ist allerdings hart gefloppt (obwohl es fast komplett vom damals jungen Easy Moe Bee produziert wurde) - obwohl ich das Teil bis heute für nicht schlecht halte. Das Problem war nur, dass der gute Gary Grice zu diesem Zeitpunkt einfach noch keinen individuellen "Rap-Character" herausgearbeitet hatte: Die Tracks erschienen jeweils inhaltlich und musikalisch austauschbar, uninspiriert und ohne jeden individuellen esprit. So legt auch "Stay Out Of Bars" Zeugnis über diese genericness ab, indem der Genius hier - in zwei ziemlich unlustigen kleinen Stories - feststellt, dass einen der böse Alkohol in ganz schön verzwickte Situationen bringen kann... Huiuiui, some pretty deep shit right there...NICHT. Anywayz...auch wenn ihr jetzt wieder denkt, dass ich den Track hier total kaputtrede - Er ist dennoch sehr gut anzuhören! Wirklich! Ausserdem ist das ganze eine schöne historische Anekdote, denn...naja, zu späteren Wu-Tang Zeiten wäre ein derartiger "goofy"-Track nicht denkbar gewesen.





2. MOBB DEEP FT. Q-TIP - DRINK AWAY THE PAIN


Yeah...einer meiner Lieblingstracks vom legendären "Infamous"-Album: Die erste Strophe beginnt mit Field Marshall P., der uns mittels einer cleveren Aneinanderreihung von Alkohol/Frauennamen-Metaphern vermittelt, wie sehr ihn Booze im allgemeinen "in a headlock" hat - sehr unterhaltsam.
Strophe 2 kommt dann von Tip, der allerdings die Thematik etwas erweitert und den Tracknamen damit etwas ad absurdum führt, indem er das Metaphern-Spiel zwar fortsetzt, aber statt Alkohol-Namen/Marken Klamotten-Marken aufzählt. Etwas unpassend, möchte man meinen, aber naja...wär auch schwer vorstellbar, den ewigen Gutmenschen & Backpacker Q-Tip über Alkohol schwadronieren zu hören...
Wie auch immer, Hav rundet den Track dann schlussendlich ab, indem er wieder die Alkohol-Thematik aufgreift, doch diesmal ohne die Metaphern-Abfahrt. Ein wunderbarer Track, der auch von dem ausnahmsweise mal nicht so düsteren Instrumental (ich denke von Q-Tip selbst produziert...!?) profitiert. Schön!




1. PILSKILLS - ES TUT SO WEH



Waaaahhhhsszzz!?!?! Ein DeutschRap-Track auf Platz1 der Top10?!?! Blasphemie! Eike, da kann was nicht stimmen!
Doch, doch, doch...alles in Ordnung.
Pilskills mag ich sehr, sehr gerne. Ich weiß nicht, ob ihr die kennt (is ne Berliner Crew, die es eigentlich schon recht lange gibt)...aber ich mag einfach deren sehr sehr schnodderige Hartz4-style Art zu rappen.
Nehmen sich selbst nicht sonderlich ernst (das ist immer schonmal nicht schlecht!) und erzählen Alltagsgeschichten, Lustiges, ...so dies und das halt. Naja um's kurz zu machen: Ich mag deren Humor, und kann über etwaige technische Schwächen o.ä. (die allerdings meiner Meinung nach zumeist bewusst eingesetzt werden...) gut hinwegsehen. Die Musik ist zudem auch meist noch ziemlich nach meinem Geschmack, und war schon Retro, bevor es hierzulande wieder in Mode kam, Retro-Beats zu machen. Ihr Debutalbum "Das Album Von Pilskills" aus dem Jahre 2006 ist absolut auscheckenswert, merkt euch das.
Naja und zu diesem Track: Pilskills thematisieren immer mal wieder in Tracks ihren latenten Alkoholkonsum, aber ich finde dass sie hier auf diesem Ding die ganze Kater-Stimmung sehr authentisch und treffend formuliert haben. Hab ich so pointiert auf jeden Fall sonst noch nicht gehört.





Ok, yo....das war's dann mal wieder für diese Woche.
Achja...hier noch eben passenderweise das Wu-Tang St.Ides-Commercial:


Die commercials kann man sich alle ganz gut geben...sehr lustig find ich auch den EricB.&Rakim-Spot...müsst ihr euch mal durchklicken, nech.

Ich hoffe ich konnte euch - wenigstens für ein paar Minuten - gut unterhalten;
wie immer gilt: Kommentare/Feedback usw. ist definitiv erwünscht! Sagt mir, was ich eurer Meinung nach vergessen hab...und und und! Bin immer bereit meine Listen zu bearbeiten. Auch im Nachhinein.

Also, peace, tschöss, ...und nich vergessen: Stay Out Of Bars! Sonst endet ihr womöglich wie der Kerl hier.....oder der hier....
Frieden!

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