Sonntag, 15. April 2012

Top8-Sonntag: Top8 "Schlangen"-Tracks.

okay okay...liebe Freunde des allgemeinen Rap-Nerd-Wahnsinns - diese Woche gibt's wieder ein sehr spezielles Thema in meiner beliebten TopX-Rubrik...

und zwar - wie bereits dem Titel zu entnehmen: Schlangen.




"Ja verfluchtescheißenochmal, Eike, was soll das schon wieder, ey!?", hör ich euch förmlich fragen...


...und entgegne: Ganz einfach, Freunde: Mir ist einfach neulich aufgefallen, dass es ne ganze Menge Raptracks gibt, die sich - ganz im Sinne einer klassischen Fabel - mit dem Bild der "Schlange", als Symbol für Falschheit, Hinterlistig- und, hm, Rückgratlosigkeit, beschäftigen.

Rapkünstler sehen sich in ihrem Alltag natürlich auch ständig mit Menschen konfrontiert, die ihnen mit Tücke und kalkulierter Boshaftigkeit gegenübertreten (slimy record-execs, shady A&Rs, connivin' CEOs, backstabbin businessmen, golddiggerz und yes-men - um nur einige zu nennen...). Man muss ständig auf der Hut vor ihnen sein, sonst injizieren diese schmierigen Charaktere einem ihr tödliches Gift. Schlangen halt!
Fiese fucker.

Tracks, die sich mit derartigen Themen befassen, sind meist relativ energiegeladen bzw. warten im Idealfall mit einem vergleichsweise authentisch wirkenden outburst des Künstlers auf, weil dieser seinem Frust mit den Mitmenschen häufig auf sehr direkte Art Luft macht.
Das ist gut für den Musikkonsumenten, denn...wie jeder weiß: Ein aggressiver, frustrierter oder anderweitig in die Ecke gedrängter Rapper ist ein guter Rapper.

Weil ich hier aber natürlich nicht das Riesen-Fass der "Mein Umfeld macht mich fertig!"-Tracks aufmachen kann/will, schränke ich die chose mittels "Schlangen"-Metaphorik ein. Clever, nech?!
Genau.

Also....damit kann's dann auch schon losgehen würd ich sagen:




8. WAKA FLOCKA FLAME - SNAKES IN THE GRASS (2010)






Okay...nicht gleich aufregen, meine rucksacktragenden Freunde, okay?! Nochmal tief durchatmen...
So.
Also - in der ersten...äh...Strophe wird's vielleicht noch nicht ganz so klar, aber spätestens die hook (wobei hier ein fließender Übergang von genuschelter Strophe zu genuschelter hook die Unterscheidung nicht ganz einfach macht, zugegeben...) klärt, dass es dem guten Waka in diesem Teil hauptsächlich um Frauen als "Schlangen" geht (die natürlich nur sein Ca$h wollen, klare Sache).
Das ganze nette Video macht die Sache auch nochmal etwas deutlicher.
Weiter als den Waka-Part braucht man das Teil aber echt nicht hören, wie ich finde, denn diese Frau in der zweiten Strophe ist schon ziemlich uninteressant und nervig. Aber hört halt selbst...
peace!






7. M.O.R. - SCHLANGEN (2001)






Jo, die Masters Of Rap haben mit diesem Titel nen ziemlichen Rundumschlag in Sachen "Schlangen" abgeliefert, welche ihrer Meinung nach die Welt beherrschen (usw.). In typischer M.O.R.-Manier ist der Inhalt der Strophen jedoch fast ausschließlich Nonsens/Battle-Quatsch...und in ebenso typischer M.O.R.-Manier ist dieser Battle-Quatsch technisch gelinde gesagt ziemlich holprig.
Aber alles egal - der Track ist trotz oder gerade durch seine naive Schlichtheit (ja, das bezieht sich auch auf den Beat - mit seinen niedlichen Bassdrum-scratches und alles...) ein absoluter Klassiker geworden.
"Immer wenn jemand stirbt fällt mir dazu ein guter Witz ein..."..whut tha figgy!? tja.







6. STIEBER TWINS - SCHLANGEN SIND GIFTIG (1999)






Ok, erstmal was in eigener Sache: Ist es eigentlich irgendwie verifizierbar, dass einer der beiden Stieber-Brüder mit Cora E. zusammen ist!?!
Ich hab von diesem Gerücht gehört, und...puh...das wär so ziemlich das witzigste was jemals im DeutschCrap-Zirkus passiert ist. Meiner Meinung nach.
Torchmann soll die beiden auf jeden fall mal per Zulu-Ehe vermählen oder so! Göttliches Bild. Realer geht's nich.
Wer mir das irgendwie bestätigen kann mache das bitte!
Ähem...ok, was war nochmal? Achja - "Schlangen Sind Giftig" ist eine 12" der Twins aus dem Jahre '99, die eigentlich ziemlich solide bis cool war. Beat is super...Rap wie wie gewohnt...alles bestens! Can't go wrong with that!
Nur in diesem Kontext etwas schade, dass eigentlich kaum auf die Schlangen-Metaphorik, die der Titel suggeriert, eingegangen wird. Egal, egal...bei der M.O.R.-Nummer is das ja auch nich anders...
Achja! Eins noch! An der Stelle darf man natürlich das alles zerfickende Huss & Hodn Ding "Schlangen Sind Gesprächig" nicht unerwähnt lassen...wenn rap auf deutsch dann mäßisch! peace.






5. SHADOWZ IN THE DARK - SNAKE CHARMERS (1997)






Also die Shadowz in the Dark sind eine New Yorker random-rap crew aus dem Umfeld von Shabaam Sahdeeq und....Ok, moment - who am I kiddin?! Was genau bringt es, wenn ich euch eine absolut nicht nennenswerte Crew erkläre, indem ich euch den Namen eines ebenso irrelevanten MCs nenne?!
Naja wie auch immer: Die eine (einzige) 12", die wir von den Kerlen zu hören bekommen haben ist....solide. Ich finde diesen Track, "Snake Charmers", aber definitiv am besten von den 3 Titeln auf der Maxi.
Anywayz: Inhaltlich sehen sich die Interpreten hier als Schlangenbeschwörer, die mit ihrer Mucke all die Schlangen und hinterfotzigen dudes einlullen und anlocken...aber sobald sie dann angeslithered kommen - Zack! - Kopp ab. So einfach is das.








4. O.C. - SNAKES (1995)




Jau, das Ding hier ist auf keinem O.C. Album drauf, sondern lediglich auf soner "Hidden Gems"-/unreleased-Compilation erhältlich.
Wie man sich bei O.C. vorstellen kann, hält er es mit der Schlangen-Metaphorik eher klassisch, indem er diese unter den üblichen Industrie-dudes vermutet, die einem die papes nur so  aus den Taschen saugen und so.
Klar. Wenn man halt nur begrenzten wirtschaftlichen Erfolg mit seiner Mucke verbuchen kann, sind's halt immer die anderen gewesen...
Aber ich mag O.C. tatsächlich immer dann am liebsten, wenn er sich so richtig hörbar in ein Thema hineinsteigert (wie z.B. auch bei "Time's Up" [was man von Aphroes Version übrigens nicht behaupten kann...sry. - Anm. D. Red.] ) und wütend wird - was hier definitiv der Fall ist. Von daher: Wunderbarer Track, wie ich finde.









3. OL' DIRTY BASTARD - SNAKES (1994)






Ok, jetz' wird's natürlich etwas kryptisch...
Also das 1995er-Solodebut von ODB, "Return To The 36 Chambers: Dirty Version" ist in meinen Augen/Ohren ein ziemliches Meisterwerk, da es so wunderbar seemingless an das Debutalbum des Clans anknüpft, was die rawness und den allgemeinen Wahnsinn angeht.
Dieser Track im speziellen ist einer meiner Lieblingscuts vom Album, da er neben dem herrlich rumpelnden Beat auch noch ein damals völlig untypisches Gesangs-Vocalsample sportet. Insgesamt trägt dieser Track tatsächlich sehr deutlich die Gravediggaz-Handschrift...(man höre sich auch den Gravedigga-typischen Rapstil von RZA auf dem Track an).
Aber zurück zum Inhalt: Also nagelt mich nicht drauf fest, aber....puh...ich versteh hier eigentlich nur Quatsch mit Soße. Zum Beginn des Tracks bekommen wir ja noch eine kurze wenn auch auch nichtssagende Schlangen-Metapher zu hören...aber der Rest ist meines Erachtens klassischer, inhaltloser Wu-Tang-Brei. Alter Schwede...vor allem gegen Ende tiltet Ol' Dirty richtig aus...kranker scheiß. next!










2. GRAV - SNAKEBITE (1997)






Der gute Grav...
Ich mag ihn.
Ich hatte ihn schon letztens mit einer honourable mention bedacht, und nun komm ich endlich in die Situation, euch diese sympathische 90er-Eintagsfliege vorzustellen. Und das auch noch mit einem der Standout-tracks seines Albums "Down To Earth" [ja, richtig, Kids: Das ist das Album, auf dem Kanye zum ersten Mal als Produzent tätig war... - Anm. D. Red.], sowie seiner ersten Maxi, nämlich "Snakebite".
Ein sehr schönes Ding, wie ich finde, auf dem sich der schleppende Beat sehr gut mit der Stimme und dem flow des Interpreten ergänzt (oh Gott klingt das schlimm. Ich gelobe sowas nie wieder zu schreiben. sry.).
Inhaltlich versteht sich der Track eher als "Warnung" vor den fiesen Schlangen, die in diesem Biz nur auf einen warten...und welche naive Rapper, die doch einfach nur mics & shows rippen wollen, ohne Vorwarnung attackieren. Nett vom Onkel Grav, dass er so selbstlos die aufstrebenden MC's vorwarnt...also schön aufgepasst (or else ya might die from a snakebite)!









1. KAMAKAZEE - SNAKES (1997)






Yeahh....für mich der überzeugendste Track innerhalb dieser Liste. Kamakazee (Rest In Power an der Stelle!), seines Zeichens Gründungsmitglied der legendären New Yorker Rap-Supergroup Screwball liefert uns in diesem Track meiner Meinung nach genau die Ingredienzen, die ein waschechter "Snakes"-Track so braucht: Einen krass rumpelnden und scheppernden Beat, jede Menge Frust & schlechte Laune (aka ein persönliches Anliegen), sehr gut passende, druck machende Vocalsample-Scratches in der Hook und natürlich einfach ne gute Portion natural rawness (der Dank gebührt hier auf jeden Fall auch Marley Marl, der dieses Ding produziert hat...).
Ein wunderschöner, energiegeladener Track, der bei mir mal wieder rauf und runter läuft.






Okay...das war's mal wieder für diese Woche mit dem TopX-Artikel...
Ich könnte an dieser Stelle wieder ein paar honourable Mentions rausschicken...aber...hm, um ehrlich zu sein verdienen die das diesmal alle nicht wirklich. Nee. Gibt's nich. Zumindest heute nicht. Vielleicht entscheide ich mich in der Zukunft doch noch dazu hier nachträglich was einzufügen. Wer weiß.

....naja gut, einen hab ich doch noch: Chester P. mit "The Snake Charmer" - eigentlich auch ganz cool...aber in der dieswöchigen Liste halt nur Runner-Up:









Also, peace Freunde, Fam & Fanz, Azzlacks, Alphatiere & Antideutsche...bis demnächst! Und beware tha evil snakes hidin in da grass!
tschööö!

Kommentare:

  1. Stieber Twins "Schlangen sind giftig"

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  2. okok...ich seh's ja ein...die Stiebers dürfen bei dem Thema nicht fehlen. [jagut, zugegeben...ich hatte den Track auch nicht wirklich auf'm Schirm, als ich die Liste erstellte...shame on a n*gguh!].

    Aber nu is alles geregelt. Checkt das mal.

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