LL Cool J - "Walking With A Panther" (1989) - unabhängige Kritik.
Jau, Freunde...nun isses soweit:
Wie ihr vielleicht schon hie und da vernommen habt, bin ich ein großer Cool J Fan (geworden). Der Kerl fasziniert mich aus verschiedensten Gründen, aber zum Großteil natürlich aufgrund seiner großartigen Albenserie bis ca. Ende der 90er.
Nun ist LL's Diskographie für den Laien ziemlich unüberschaubar, und ich würde gerne Abhilfe schaffen indem ich mich hier chronologisch durch die Alben des Uncle L arbeite...one Album at a time...
Allerdings müsste ich bei einer derartigen Vorgehensweise mit seinem Debutalbum "Radio" aus dem Jahre 1984 anfangen, und das Problem ist, dass ich dieses Album momentan kaum höre/gehört habe. Hm. Deshalb erscheint für mich der Einstieg mit seinem 3. Album, "Walking With A Panther", derzeit sinnvoller.
Der Lachs läuft bei mir nämlich grade wieder rauf und runter, weshalb ich in der Lage sein sollte, das eine oder andere über dieses Album zu erzählen.
Aber enuff widd da bitchtawk, lezz' git it on....
Ich würd sagen wir werfen - wie immer - erstmal nen genauen Blick auf das Cover, homez:
Dem uninformierten Casual-Rap-Listener wird an diesem Cover nichts aussergewöhnliches auffallen, hat es doch alles was zeitgenössische Rap-Album-Cover halt so haben mussten: Der Künstler in betont lässiger Pose, Straßen-Setting, Schmuck, schicke Klamotten, ...ok, gut...: Ein Panther mit ner Goldkette, Koffer & Handschellen - aber irgendwas is ja immer!
Dem bis dato geneigten Cool J-Hörer wird allerdings ein anderer Aspekt sofort ins Auge fallen:
Das Cover ist vergleichsweise "überladen".
Gerade wenn man sich die ersten beiden LL-Albumcover anguckt, bestechen diese vor allem durch ein dezentes und zurückhaltendes Design (soweit es sowas in der HipHop-Welt überhaupt gibt)...
Dieses Cover (und hier kommt der bereits etablierte und unvermeidliche Ike-Da-Strike-"Cover-zu-Albuminhalt"-Brückenschlag...) will viel, sehr viel auf einmal. Es will symbolisch sein, witzig, überraschend, aber auch gleichzeitig einfach gut aussehend.
Des weiteren verschwendet Uncle L wohl auch 1989 noch keinen Gedanken an ein einheitliches Symbol oder ein Logo mit Wiedererkennungswert. Es wäre zu diesem Zeitpunkt ein Leichtes gewesen, etwa den "LL Cool J"-Schriftzug des B.A.D.-Albums wieder zu verwenden...aber man entschied sich offensichtlich dagegen.
Diese Politik, nämlich jeweils pro Album ein neues "Logo" oder ein neues Design für den Künstlernamen zu kreieren, soll sich allerdings bei Cool J bis zum heutigen Zeitpunkt durchziehen, weshalb man hierbei durchaus auch von einer "Kontinuität der Diskontinuität" (oder so) reden könnte...
Wirft man noch einen vorsichtigen Blick auf das Backcover, bestärkt sich das Gefühl, dass hier viel gewollt, und in der Konsequenz eher Verwirrung gestiftet wurde...:
Champagner, Telefon, Bitchetz!?
Glaubt mir, Leute, ich hab wirklich versucht, irgendeinen Interpretationsansatz für dieses Durcheinander zu entwickeln. Hab's dann aber schließlich aufgegeben. Vielleicht habt ihr ja ne Idee!?
Ok, aber genug vom gelinde gesagt chaotischen Cover, los geht's mit der dezidierten Albumkritik.
Vorweg aber kurz noch ein paar Worte zu Cool J's bisherigen Alben usw.:
Man muss sich im Klaren darüber sein, dass Cool J 1989 so etwas wie ein (und so ziemlich der einzige) "Rap-Superstar" ist; seine beiden Vorgänger-Alben haben locker Platinstatus in den USA erreicht.
Der Druck, ein weiteres Super-Duper-Album abzuliefern, konnte also größer nicht sein.
Speziell wenn man den Überraschungserfolg bei den weiblichen Konsumenten (durch rather schmierige Lovesongs wie "I Want You" oder "I Need Love") und den dadurch permanenten Legitimationsdrang gegenüber der Hardcore-HipHop-Fraktion in Betracht zieht...
"Walking With A Panther" würde für LL Cool J zu einer Art wegweisenden Entscheidung werden:
Würde er einen Schlußstrich ziehen und komplett mit der Hiphop-Tradition brechen, um auf Pop-Ebene Erfolg zu haben!?
Oder würde er versuchen, die skeptisch gewordene Hiphop-Hörerschaft zurückzugewinnen, indem er ein kompromissloses Hiphop-Album abliefern würde?!
Diese Frage kann ( - und das gilt im Übrigen auch für alle folgenden LL-Alben...denn diese Frage würde wieder und wieder gestellt werden - ) nur mit "weder noch..." beantwortet werden.
Dafür widmen wir uns zunächst den Singleauskopplungen des Albums, um daraus mögliche Trends und Absichten ablesen zu können...:
Zuerst war da das mächtige, großartige und in der Folge hundertfach zitierte "Goin Back To Cali", eigentlich ein Soundtrack zum vernachlässigbaren "Less Than Zero"-Film aus dem Jahr 1988...:
Abgesehen vom genialen Video deutete LL mit diesem Teil bereits an, dass mit ihm Hiphop-technisch definitiv noch zu rechnen ist; "Goin Back To Cali" ist, mit seinen clever genutzten Miami-Bass-Elementen auf der einen, und dem herrlichen laid-back rhymestyle sowie den harten Scratches auf der anderen Seite nicht weniger als ein wunderbares Beispiel für die progressive Energie im Hip Hop, welche diese Musik bis heute so interessant macht. Göttlich.
Abgesehen von dieser Single, die wie gesagt noch einige Zeit vor dem Album erschien, gab es dann 1989 noch folgende Auskopplungen:
LL! Boy! When dat shit was playin, I used to be at tha corner, yellin 5-O!
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